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Was WordPress nicht kann

WordPress wird immer mächtiger und unter Umständen schon bald zu mächtig. Deshalb wird oft der Wunsch geäussert, WordPress soll sich vom Image des Typo3 für Blogs verabschieden und eine schlanke, vereinfachte Version erstellen. Diese soll dann genau so erweiterbar sein wie die Software, wie wir sie kennen. Für mich wäre das auf eine gewisse Art und Weise wieder ein Rückschritt ins Jahr 2004, als WordPress auch nicht mehr konnte.

Um aber beim Thema zu bleiben: Erstaunlicherweise fehlen in WordPress von Haus aus viele esenzielle Funktionen, auf die man eigentlich nicht verzichten kann oder will. Diese möchte ich euch heute einmal vorstellen!

  1. XML Sitemap Die grossen Suchmaschinen wie Google, Yahoo und Windows Live Search haben sich schon lange auf einen Standard für Sitemaps geeignet, den man als Webmaster grösserer Website auch befolgen sollte, um in den Suchergebnissen weiter oben zu stehen. WordPress hat es bisher versäumt, eine Sitemap direkt einzubauen, weshalb man bisher auf das Google XML Sitemaps Plugin zurückgreifen muss. Es wurde jedoch schon oft in Erwägung gezogen, das Plugin direkt in den Core einzubinden.
  2. CachingJeder Webserver stösst im Laufe seiner Zeit an seine Grenzen, wenn ein Blog zu gut besucht ist. Deshalb nutzt man vielerorts Caching Plugins, die statische Seiten erzeugen um so die Datenbankabfragen zu verringern. Besser wäre es aber, wenn WordPress gleich von Anfang an unterstützen würde!
  3. DoFollow!Die WordPress Entwickler hatten einmal die geistreiche Idee, alle Links in den Kommentaren mit rel="nofollow" auszustatten, weil man dachte, damit Spam bekämpfen zu können. Falsch gedacht - es bringt überhaupt nichts und zudem verärgert man somit nur die Kommentierer. Trost für euch: Das Schweizer WordPress Magazin ist nofollow-frei!

  4. KontaktformularEin Blog ohne rasche Kontaktmöglichkeit ist oft unvorstellbar, schliesslich können die Besucher einem auf diese Art Fehlermeldungen zusenden, sich bedanken, Fragen stellen, etc. Wieso bietet also WordPress diese Möglichkeit nicht gleich an...?
  5. StatistikenAutomattic bietet zwar eine Möglichkeit an, die Besucher zu zu zählen, aber das ist immer noch auf einem externen Server. Wieso  kann man nicht einfach ohne Plugins, ohne Google Analytics Statistiken aufrufen? Schade eigentlich.
  6. Error Logs

    Ups, eine verlinkte Website existiert nicht mehr? Besucher rufen eine alte URL an, weil ich die Permalinks geändert habe? Oder ist ein eingebundes Bild nicht mehr vorhanden? Zu viele Fragen, die man zwar mit einem Server Log und diesem und jenem Plugin beantworten kann, aber WordPress könnte es wirklich auch gleich im Paket anbieten - das spart Nerven und Traffic!

  7. SEO

    Es gibt viele tolle Plugins für die Suchmaschinenoptimierung eines Blogs, zum Beispiel das mächtige wpSEO Plugin. Aber ist es nicht so, dass man ruhig ein paar wenige und auch wirklich nützliche SEO-Optionen in WordPress integrieren könnte?

Es gibt noch viele weitere Punkte, die man hier aufzählen könnte, doch schliesslich sollte dieser Beitrag zum Denken anregen und keine Aufforderung an die Entwickler sein, weil diese Dinge nicht eingebaut haben. Im Endeffekt geht es ja darum, wer WordPress nutzt, und das sind oftmals nicht Programmierer sondern normale Menschen aus dem Alltag. Daher würde ich einfach mal behaupten, WordPress ist gut, so wie es ist. Es könnte ja wirklich einmal eine sehr, sehr abgespeckte Version davon geben, aber bis es so weit ist, darf alles beim alten bleiben...

18 Kommentare zu “Was WordPress nicht kann”

  1. theddy am 23. Januar 2009 um 13:12 | Permalink

    Ich weiss nicht, ob es der richtige Weg ist, all die Funktionen, die jetzt als Plugins zur Verfügung stehen, hineingepackt werden sollen – wie das unterdessen für verschiedene Funktionen geschehen ist. Alles wird WP sowieso nie können – aber fast alles reinpacken, das aber dann gar nicht gebraucht wird, scheint mir auch nicht praktikabel. Eine gute “Grundversion”, die dann, je nach Anforderungen und Belieben mit Plugins “angereichert” wird, wäre für mich der Weg. WP-Entwickler könnten ja selber Zusatzfunktionen als Plugins zur Verfügung stellen.

  2. DJBase am 23. Januar 2009 um 13:43 | Permalink

    Nun, natürlich sollte man WordPress auch weiterhin schlank halten, aber auch ich finde, das zumindest die ersten 4 Punkte integriert gehören.

  3. Pascal Birchler am 23. Januar 2009 um 13:51 | Permalink

    Das Problem hierbei ist ja auch, dass man auch die Plugins besser überprüfen sollte, ehe man ein instabiles System riskiert.

  4. flöschen am 23. Januar 2009 um 14:01 | Permalink

    zu 3: Das Problem liegt ja hauptsächlich an PHP selbst, denn es muss immer neu geparst werden, wenn es ausgeführt werden soll. Ein Alternative wäre ja, eine Programmiersprache zu nutzen, die compiliert werden kann und somit die Sache nicht immer für den Server übersetzt werden muss.

    Google-Analytics ist übrigens eine etwas zwielichtige Sache…

  5. FirstDayBlack am 23. Januar 2009 um 16:47 | Permalink

    Ich bezweifle, dass das nofollow integriert wurde, um die Blogs spamfrei zu halten. Wohl eher, um Google in den Allerwertesten zu kriechen.

    Ich habe übrigens vor ein paar Tagen eine Übersicht der grundlegenden WordPress-Plugins gepostet. Die sollen auch ergänzen, was WordPress nicht kann.

  6. Monika am 23. Januar 2009 um 17:41 | Permalink

    jedes Mal, wenn ein tolles Plugin in WP integriert wurde, war es abgespeckt,
    ich mag mir meine SEO Urls selber machen und nicht so wie sich das der Coder dachte – ;)

    ich mag ein valides Kontaktformular und nicht das was sich ein php Profi als valide dachte

    und so weiter…..

    für mich soll der Core schlankest bleiben,
    alles andere ist dann ; je nach Gusto

    schau die threaded Kommentare an: vordergründig wollten sie einige, jetzt erkennt man *die* wollten es und waren eben eine starke Lobby aber nutzen tut sie kaum jemand ..

    lg

  7. Fermodes am 23. Januar 2009 um 21:07 | Permalink

    Also Pascal ich muß Dir auf der einen Seite Recht geben : Es fehlen die von Dir genannten Punkte. Allerdings würde ich eine Light-Version für kleinere Projekte durchaus begrüßen. So könnte man beispielsweise die grundlegenden Hauptfuktionen von WordPress aus dem Kern auslagern und auf Plugin-Ebene auslagern (Ja das wäre für viele ein Schritt zurück). Der User könnte dann schon bei der Installation bestimmen ob eine Kommentarfunktion oder Linkverwaltung für z.B. eine Firmenwebseite benötigt wird oder nicht. Wenn nicht, dann wird das entsprechende Plugin gar nicht erst auf den Server geladen.
    Es mag sein, das dies so machen User abschrecken wird, für den es ein Vorteil ist, mit WordPress ein “Komplettpaket” einzusetzen.

    Dennoch wäre “meiner Meinung” nach eine abgespeckte Variante ergänzend zum Komplettpaket eine Überlegung wert.

  8. Pascal Birchler am 24. Januar 2009 um 01:53 | Permalink

    @FirstDayBlack Danke für den Hinweis, toller Artikel!

    @Monika & @Fermodes Ich kann euch nur recht geben, allerdings hätte man es sicher schon früher vermeiden können, dass man überhaupt den Wunsch nach einem schlankeren Paket äussert – auch wenn es DEN Kompromiss nicht geben kann!

  9. FirstDayBlack am 24. Januar 2009 um 09:57 | Permalink

    Ein schlankes WordPress, da wäre ich auch sofort dafür. Aber ich glaube, der Zug ist lange abgefahren. Dann hätte WordPress das Ende seines Produktzyklus schon mit Version 2.6 erreicht gehabt. Aber was hätten die Entwickler dann gemacht? Also mussten sie irgendwelche Funktionen einbauen, die keiner wirklich gebraucht hat, wie z.B. der geajaxte Adminbereich, threaded comments und all so ein Zeug. Dadurch wird das Produkt nur fetter, aber nicht besser.

    Vielleicht finden sich irgendwann Leute, die einen schlanken Fork abspalten. Wie es mit Typo3/Typolight ja auch passiert ist.

    @Pascal: Es freut mich, dass dir mein Artikel gefällt. .-)

  10. Christian Kler am 24. Januar 2009 um 20:08 | Permalink

    Ich frage mich auch immer wieder, warum diese Funktionen nicht von Hause aus in WordPress verfügbar sind.

    Die Idee von einem WordPressLight gefällt mir übrigens ausserordentlich!

  11. Morris O'Donagan am 26. Januar 2009 um 17:06 | Permalink

    Sehr störend finde ich weiterhin das fehlen eines anpassbaren Kalenders mit validem XHTML Output.

  12. Luca am 26. Januar 2009 um 21:09 | Permalink

    Ich finde es immer gut wenn man den Status Quo in Frage stellt und sich Überlegungen über zukünftige Entwicklungen macht, aber man sollte sich auch ein bisschen damit auskennen, worüber man schreibt.

    WordPress kann Caching von sich aus. Zwar nicht so stark ausgeprägt wie manche Plugins, aber dafür gibt es damit so gut wie nie Probleme. Für den Normaluser meist ausreichend.

    Bei Sitemap und nofollow gebe ich dir Recht. Das sollte geändert werden. Die restlichen Punkte sind mir allerdings als Plugins lieber.

    Von WordPress light halte ich nichts. WordPress ist inzwischen zu einem guten CMS gewachsen und das ist gut so. Wer wirklich nur die Grundfuktionen des bloggens braucht, kann ja Habari benutzen.

  13. Jan am 27. Januar 2009 um 09:48 | Permalink

    Zwei Anmerkungen zu FirstDayBlack:

    “Vielleicht finden sich irgendwann Leute, die einen schlanken Fork abspalten.”

    Das von Luca schon erwähnte Habari ist im Prinzip so ein Fork – zwar nicht vom Quelltext her, aber ehemalige WordPress-Leute sind daran beteiligt. Ich habe es mir selbst noch nicht angesehen, aber da scheint sich eine interessante WordPress-Alternative zu entwickeln – neben Serendipity z.B.

    “Wie es mit Typo3/Typolight ja auch passiert ist.”

    Ein Missverständnis: Typolight hat mit TYPO3 nichts zu tun. Nur die ersten vier Buchstaben sind gleich. Wenn das beides Firmen wären, wäre Typolight inzwischen sicher umbenannt…

    Ansonsten wäre ich auch dafür, dass die WordPress-Grundinstallation wieder schlanker wird und man sich hinzuklickt, was man braucht. Bei Drupal und Serendipity funktioniert das ja auch spitzenmäßig.

  14. Michael Schneider am 10. Februar 2009 um 17:21 | Permalink

    Hallo,

    ich benutze WordPress unter anderem für unsere Firmenwebseite, eben weil es von Grund auf einfacher und schneller zu handhaben ist als ein CMS. Das hier einige Funktionen fehlen spielt eigentlich keine große Rolle, kann man doch WordPress ohne großen Aufwand gestalten und mit Plugins entsprechend erweitern.

    Und genau hier würde ich sagen, dass man eine leichte, also ergo schnellere, Version vorziehen sollte. Allerdings sollte die Auswahl der mitgegebenen Plugins so ausfallen, dass wirklich alle möglichen Interessen bedient werden können.

    Dies halte ich für wesentlich sinnvoller, als ständig neue Features in den Core hineinzubasteln.

  15. Yves am 27. März 2009 um 05:51 | Permalink

    Also ich würde mir eher Wünschen das noch ein paar gute Features dazukommen um WordPress einfacher als richtiges CMS einzusetzen. Da muss man doch arg viel rumfuddeln bis man es so hat wie man möchte. Vor allem wenn man wie ich fast kein php bzw css kann.

    Gruß Yves

  16. Kai am 3. Juli 2009 um 11:35 | Permalink

    Für eine einfache WordPress Version ist der Zug wohl abgefahren – wer eine weniger aufgeblähte Version will, kann ja auch ins WordPress-Archiv gehen und sich die V.1.5.2 ziehen :-).
    Ich wünsche mir eher ein paar zusätzliche Funktionen in WordPress. Vor allem SEO, XML Sitemap und Statistiken wären super.

  17. mike am 24. August 2009 um 10:23 | Permalink

    Ich bin der Meinung, das man WP derzeit nur als Blogsoftware nutzen kann. Dafür ist es wirklich top geeignet. Aber andere “normale” Webseiten damit zu erstellen, finde ich etwas gewagt. Da gibt es bessere CMS Systeme, die dafür ausgelegt sind. Da braucht man selber nichts mehr rumfummeln, alles kommt fertig und kann sofort loslegen.

  18. Schorsch am 4. Oktober 2010 um 19:34 | Permalink

    WordPress fehlt natürlich so manches, aber würden wir WordPress nutzen, wenn es die gewünschten Funktionen hätte? WordPress ist schließlich in erster Linie für Blogs gedacht. Wer einen selbstgehosteten Blog starten will, findet fast immer in WP eine geignete Lösung. Wenn aber das SCript mehr CMS-like wäre (funktional; die Verwaltung würde sich durch die vielen Funktionen zwangsläufig anpassen), würden die meisten Blogger direkt zu einem anderen System greifen. ;)

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