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Erfahrungsbericht: Vom Blog zum Internet-Magazin

Wie ihr wisst, war ich am Freitag am BlogCampSwitzerland und habe hie und dort ein paar interessanten Vorträgen gelauscht. So besuchte ich im Raum Pascal (ja, der hiess wirklich so) auch Jürg Vollmer, der uns Bloggern seine Erfahrungen mit der Umstellung vom Blog zum Internet-Magazin mitteilte. Ich kannte ihn bisher nur über sein Blogger 1x1 und einen kurzen E-Mail Austausch. Gestern konnte ich ihm also persönlich Hallo sagen.

Jürg Vollmer

Jürg Vollmer

Die Erfahrungen von Jürg Vollmer

Im Mai 2006 fing Jürg Vollmer zu bloggen an. Sein Thema: Russland, Belarus (Weissrussland) und die Ukraine. Er hatte viele regelmässige Besucher und schrieb regelmässig Artikel bei Krusenstern. Im September 2007 zog er erstmals Bilanz. So sahen die Zugriffszahlen und Statistiken damals aus:

  • Der meist gelesene und meist zitierte Weblog zum Thema Russland
  • Rund 1000 Unique Visitors pro Tag
  • Rund 300 Technorati-Links
  • Rund 300 neue und wertvolle Kontakte rund um Russland. Botschafter, Geschäftsleute, usw.

Stammleser und Besucher über Google

Es geht noch weiter. So sah die Statistik über Stammbesucher und Googler damals aus. Noch recht überschaubar:

  • 50 Unique Visitors täglich einmal
  • 50 Unique Visitors mehrmals täglich
  • 50 Unique Visitors mehrmals in der Woche
  • 750 seltene/gelegentliche Leser und Googler
  • Keine Feed-Leser

Wie man sieht, hat Krusenstern im September eine nette Anzahl Stammleser aber - und das erstaunt - keine Feed-Abonnenten (ausser noch Yoda). Doch wieso das? Nun, das ist eigentlich simpel. Krusenstern wird nicht von Bloggern gelesen, sondern von gewöhnlichen Internetnutzern, die sich für das Thema interessieren. Und von denen weiss natürlich niemand, was ein RSS Feed ist. Zumindest ist das anzunehmen.

Leserumfrage

Daraufhin startete Jürg bald eine Umfrage und hakte bei einigen Lesern persönlich nach. Und immer stellte er die gleichen fünf Fragen:

  • Wie haben Sie Krusenstern gefunden
  • Was suchen Sie auf dem Blog?
  • Was vermissen Sie auf Krusenstern?
  • Wie finden Sie sich auf der Website zurecht?
  • Was sollte verbessert werden?

...und die Antworten

Dementsprechend lauten die Antworten, die Jürg in seiner Präsentation zitiert hat auch in etwa ähnlich wie seine Befürchtungen: Die Leser sind einfach keine Hardcore-Blogger! Die Antworten sind in der Reihenfolge gleich wie die Fragen oben:

  • Empfehlungen zum Thema
  • Informationen, die man sonst nirgends findet
  • Hintergrundberichte, Hinweise auf CDs, Bücher, Filmmaterial
  • Chronologische Struktur verwirrt. Ebenso die Blogroll, Social Bookmarks, Rss, usw.
  • Mit einem Abo würden wir die Artikel öfters lesen. Rss ist doch viel zu kompliziert. Ich will lieber eine E-Mail oder eine SMS!

Zwei Monate lang hat Jürg Vollmer dann nach einer passenden Lösung gesucht. Er kam auf den Magazine-Style: Es soll simpel und leicht verständlich sein. Besucher können E-Mail-Updates abonnieren und die Suchbox ist ganz oben im Header und somit für jeden sichtbar. Das Theme seiner Wahl ist das Premium News Theme und dementsprechend auch nicht gratis.

Fazit mit "harten Fakten"

Krusenstern ist das meistzitierte Weblog zum Thema Russland, Belarus und Ukraine, Jürg Vollmer reist oft zwischen der Schweiz und diesen drei Ländern hin und her. Wie sieht es aber bei seinen Lesern aus? Seit der Umstellung vom Blog vom Internet-Magazin hat sich nämlich so Einiges getan:

  • Besucher können neue Artikel via E-Mail abonnieren (FeedBurner)
  • Durchwegs positive Rückmeldungen
  • Zahl der Stammleser hat leicht zugenommen und die Besuche dauen länger (durchschnittlich 4 Minuten)
  • 110 neue E-Mail Abonnenten (Tendenz steigend)
  • Leser, die vom alten Blog verscheucht wurden, finden zurück
Erkenntnisse

Jürg empfiehlt, etwa fünf Beiträge pro Woche - davon 1 gefeatured -  zu schreiben, falls man auf den Magazine-Style umstellt. Man braucht ausserdem viel Zeit und Geduld während der Umbau-Phase. Mit einem E-Mail Abo lockt man Besucher, die sich im Internet nicht so gut auskennen oder eben nur normale Nutzer sind.

Die Entwicklung bei Krusenstern.ch ist noch lange nicht zu Ende. Jürg überlegt zum Beispiel, die Wetterdaten in der Sidebar wieder herauszunehmen, das Monatsarchiv zu entfernen usw. Da ist also Einiges im Gange.

Besten Dank an Jürg Vollmer für die Erlaubnis, fast seine ganze Präsentation wiederzuverwerten. Danke auch den Organisatoren des BlogCampSwitzerland für den tollen und wirklich gelungenen Anlass.

6 Kommentare zu “Erfahrungsbericht: Vom Blog zum Internet-Magazin”

  1. Admiral Golowko am 5. Oktober 2008 um 10:10 | Permalink

    Vielleicht sollte sich der Schreiber des obigen Artikels auch mal etwas kritischer mit Herrn Vollmer und seinem Blog auseinandersetzen.

    “Krusenstern ist das meistzitierte Weblog zum Thema Russland, Belarus und Ukraine, Jürg Vollmer reist oft zwischen der Schweiz und diesen drei Ländern hin und her.”

    Mal ein Rat: solche Aussagen sollten nicht einfach unkritisch abgeschrieben werden, beide Statements treffen nämlich nicht zu !

    Bei Interesse kann der Schreiber dieser Zeilen gerne weiteres Material über das Krusenstern-Blog und über Herrn Vollmer zur Verfügung stellen, bzw. hier verlinken.

  2. Admiral Golowko am 5. Oktober 2008 um 19:37 | Permalink

    O.K…hab gerade gesehen das mein Kommentar noch in der Warteschleife ist…mal sehen ob auch hier (wie in vielen schweizer Blogs) kritische Kommentare unerwünscht sind.

  3. Pascal Birchler am 5. Oktober 2008 um 20:55 | Permalink

    Habe deinen Kommentar gerade freigeschaltet. Kritik ist hier immer gern gesehen, egal von wem. Und natürlich werde ich mich gerne mit dieser Kritik auseinandersetzen:

    Ich habe mir mal deinen Blog angesehen und es ist nicht übersehbar, dass du nicht gut auf Jürg Vollmer äh Jxxx Vxxx zu sprechen bist.

    Ich denke, jeder darf sich seine eigene Meinung bilden. Deshalb werde ich mich auch nicht durch andere beinflussen lassen und diesen Beitrag ändern…

    Und ja, ich habe den oben zitierten Satz abgeschrieben. Ob die 1. Informationen zu 100% zutrifft, kann ich nicht beurteilen, doch es ist naheliegend. Aber dass Jürg Vollmer nur behaupten würde, dass er oft im Ausland unterwegs ist, kann ich dir wirklich nicht abkaufen…

  4. Martina Bernet am 16. Dezember 2008 um 03:43 | Permalink

    Na was würde man nur ohne Google machen – da würden ja glatte 80 % der Besucher wegfallen. Und wieder einmal sind wir alle froh, das wir Google haben :)

  5. steve smith am 4. März 2009 um 15:35 | Permalink

    Hallo, guter informativer Blog. Echt lesenswert macht weiter so!

  6. Christian bauer am 23. August 2009 um 23:55 | Permalink

    Warum sollen den 80% bescher wegfallen. Gäbe es google nicht würde heutzutage ein anderer Anbieter jetz auf der Spitze stehen.
    Dieser Blog gefällt mir aber auch sehr.Sehr schöne Themen und interessante artikel werden hier vorgestellt. Viel Erfolg noch und weiter so!
    Christian

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