Blogosphäre

Der grosse Weblog-Vergleich: Wie schlägt sich WordPress

WordPress ist so manchem Weblog Publishing System und sogar CMS eine Nasenlänge voraus. Die ständigen Updates von WordPress haben also auch etwas Gutes an sich: Man bleibt immer auf dem neusten Stand der Technik und es ist das dabei, was man braucht. Doch ist das wirklich nur bei WordPress so? Ein Vergleich muss her!

Die Matrix hat dich, WordPress

Um dabei nicht jedes einzelne Tool auf Herz und Nieren zu prüfen, kommt uns eine tolle Website zu Hilfe: Die WeblogMatrix. Mit ihr kann man bis jetzt schon 26 Blog-Systeme miteinander vergleichen. Darunter sind klingende Namen wie WordPress, Serendipity und Movable Type. Viele Namen habe ich jedoch noch nie zuvor gehört oder auf einem Weblog davon gelesen. Mir persönlich fehlt hier übrigens Habari, welches in meinen Augen grosses Potential hat.
Dafür ist die Liste der genutzten Programmiersprachen gut durchmischt - Perl, Ruby on Rails, PHP und ASP sind anzutreffen!

Die Kriterien

Der Weblog-Vergleich ist ziemlich umfangreich und deckt eigentlich alle wichtigen Eigenschaften ab. Die folgenden Kategorien sind nur Überbegriffe für die jeweiligen Features, welche verglichen werden:

  • Allgemeines
  • Systemvorraussetzungen
  • Datenbanken
  • Benutzer Features
  • Support
  • Workflow
  • Zusammenarbeit mit anderen Systemen
  • Administration
  • Syndikation
  • Podcasts / Videocasts

Ihr seht, die Liste ist sehr lang. Kommen wir jetzt zum grossen Weblog-Vergleich!

WordPress vs. Serendipity vs. Movable Type

Da WordPress oft mit eben diesen Systemen verglichen wird und man andere Blog-Plattformen an WordPress misst, habe ich mich zu genau diesem Test entschlossen. Natürlich könnte man auch noch 23 andere Tools miteinander vergleichen

In punkto Leistungsumfang haben die drei Tools vieles gemeinsam. Zum Glück bietet WeblogMatrix eine Funktion, um Punkte auszublenden, die bei allen Systemen gleich sind. Zusätzlich habe ich veraltete oder unbedeutende Daten gestrichen. Schliesslich wurden die Daten zuletzt vor mehreren Jahren aktualisiert. Einzig die Features von Movable Type scheinen aktuell zu sein.

Allgemeines / Systemvorraussetzungen

Die wichtigste Gemeinsamkeit: Open Source. Ob WordPress, Serendipity oder Movable Type: Es ist kostenlos! Serendipity sützt sich jedoch als Einziger von den drei auf das BSD-Lizenzmodell anstatt auf die GNU GPL. Die drei Tools bieten alle die Möglichkeit, mehrere Blogs mit nur einer Installation zu betreiben. Bei WordPress benötigt man hierbei aber entweder WordPress MU oder ein Plugin.

WordPress ist übrigens die internationalste Software von allen: Über 40 Sprachen werden unterstützt, bei den anderen nur eine Hand voll.

Zu den Systemvorraussetzungen: Serendipity und WordPress haben den Vorteil, dass sie mittlerweile überall laufen, wo eine aktuelle PHP-Version installiert ist. Movable Type dagegen benötigt Perl 5 und einen CGI-freundlichen Webserver.

Datenbanken / Benutzer Features

Ist dir schon mal aufgefallen, dass WordPress nur MySQL als Datenbankserver unterstützt? Besser wäre es, wenn andere durchaus populäre Speichermethoden wie PostgreSQL, MSSQL oder simple Textdateien  zusätzlich unterstützt würden. Das haben S9Y und Movable Type längst erkannt.

Was Movable Type wiederrum als Einziger anbietet, ist ein Logbuch, in dem alle durchgeführten Handlungen aufgeführt werden. Ob dies jetzt eher unwichtig oder lebensnotwendig ist, lass ich euch entscheiden. ;-)

Zusammenarbeit mit anderen Systemen / Administration

Es kommt zwar nicht oft vor, dass man von einem System auf ein anderes wechselt, aber wenn, dann sollte man die bisherigen Datenbestände einfach importieren können. Und in diesem Punkt ist WordPress unangefochter Spitzenreiter, der Export-Bereich listet vierzehn verschiedene Importmöglichkeiten, inklusive RSS Feed, auf.

Betreffend der Administration ist Movable Types Papierkorb in dieser Kategorie das einzig Erwähnenswerte. Dieses Feature wäre eventuell ganz nützlich für WordPress, aber wer einen Beitrag löscht, wird sich dabei schon sicher sein. Und ausserdem wird ein Neuling ohne viel Ahnung kaum merken, dass die Beiträge nur in einem Papierkorb liegen und die Datenbank immer mehr wächst. Ergo ist dieses Feature auch wieder ein wenig ein Schuss nach hinten.

Lange Rede - kurzer Sinn

Insgesamt ist der Test sehr ausgeglichen, einen klaren Sieger gibt es nicht. WordPress' Erfolg liegt viel mehr in der einfachen Benutzerführung, dem günstigen Zeitpunkt des damals veränderten Lizenzmodells von Movable Type. WordPress hat insbesondere deswegen die grosse Community aufbauen können. Also nichts, was wir nicht bereits wussten.

13 Kommentare zu “Der grosse Weblog-Vergleich: Wie schlägt sich WordPress”

  1. Renée Bäcker am 21. November 2008 um 11:20 | Permalink

    “Zu den Systemvorraussetzungen: Serendipity und WordPress haben den Vorteil, dass sie mittlerweile überall laufen, wo eine aktuelle PHP-Version installiert ist. Movable Type dagegen benötigt Perl 5 und einen CGI-freundlichen Webserver.”

    Das klingt so, als gäbe es jede Menge Server auf denen ein aktuelles PHP läuft, aber kaum Server auf denen Perl 5 läuft. Perl 5 wird aber mit (fast) allen Linux/Unix-Systemen mitgeliefert (ich kenne jetzt keins, das nicht Perl mitliefert).

  2. Söan am 21. November 2008 um 16:22 | Permalink

    Das sind ja eigentlich alles mehr oder weniger bekannte Fakten.

    Interessant zu vergleichen wäre, wie man in den anderen Systemen ein Plugin schreibt oder wie man ein Theme gestalten kann. Dort sehe ich nämlich die Stärken von WordPress. Außerdem könnte man das Backend miteinander vergleichen. Wie selbsterklärend ist es, welche Einstellungsmöglichkeiten gibt es.

  3. Alpha-Gutschein am 21. November 2008 um 19:01 | Permalink

    Sehr interessanter Vergleich,
    auch wenn ich absoluter WordPress Fan bin! Nette zusammenstellung *G*

    mfg

    Alpha

  4. sergey am 6. Dezember 2008 um 14:07 | Permalink

    Naja, da hat doch einiges geändert bei S9Y. ;)

    Hab den Vergleich mal kurz mit WordPress und S9Y vorgenommen. Sehr spannend. ;)

    Ich muss sagen: Ich bleib bei S9Y, und einfach darum, weil ich mich da so schön eingearbeitet habe.

  5. Andi am 11. Dezember 2008 um 17:46 | Permalink

    Ich selber habe einige CMS ausprobiert und habe mich dann schlussendlich auch für WP entschieden. Einziges Manko ist das installieren neuer Versionen (was WP jetzt aber in den Griff bekommen hat) und das zunehmen von XSS “Angriffen”.

  6. Pascal Birchler am 11. Dezember 2008 um 17:53 | Permalink

    @Andi Ich denke, mit XSS haben viele Anwendungen zu kämpfen… Zwar hat WordPress auch mal Lücken gehabt, die eigentlich nicht sein müssten, aber es ist damit in guter Gesellschaft.

  7. Martina Bernet am 16. Dezember 2008 um 03:45 | Permalink

    Na vielen Dank – ich habe es schon 4 x mit WordPress probiert. Immer wieder wurde mir mein Server gehackt. Jedes mal wenn mein Blog richtig schön lief wieder eine Sicherheitslücke. Nein – vielen Dank, da bin ich mittlerweilerweile auf eine kleine, selbstgestrickte PHP Lösung umgestiegen. Die kann zwar nicht so viel, aber dafür wird die auch nicht mehr gehackt.

  8. Pascal Birchler am 16. Dezember 2008 um 17:21 | Permalink

    Das WordPress viele Lücken aufgewiesen hat, kann man zwar nicht bestreiten, aber du verpasst auf jeden Fall etwas ;)

  9. Alex am 25. Dezember 2008 um 07:18 | Permalink

    Hi,
    also ich hatte leider nicht die Erfahrung mit anderen CMS und hatte vor MOnaten von Blogger.com zum eigenen Blog auf WordPress-Basis gewechselt. Daher würde mir die Beurteilung anderer Systeme schwer fallen.

    Eins ist mir klar, dass WordPress stets weiter verbessert und aktuallisiert wird und meinen Ansprüchen in puncto Bloggen entspricht.

    Sicher gibt es auch hierzulande Blogger, welche mit Movable Type oder Serendipity bloggen, aber jedem seins und alles hat so seine Vorteile.

  10. Matze am 20. April 2009 um 13:46 | Permalink

    Wusste garnicht das es soo viele Blog Systeme gibt. Ein oder zwei andere werde ich mal testen, WordPress werde ich trotzdem weiter lieben ;-)

  11. Andreas am 6. Juli 2009 um 14:03 | Permalink

    Also hab schon einiges ausprobiert mich dann aber letztendlich auf WP fixiert!!!!!!
    Der größte vorteil bei WP ist finde ich ja ist die kompatibilität !!!

  12. Tobias am 10. Dezember 2009 um 00:41 | Permalink

    WordPress ist ein tolles CMS, nur leider jagt ein Update das andere und wenn man mal mehrere Projekte betreut nerven die update Orgien leider schon ein wenig. Bin jetzt auch dabei Drupal zu testen als CMS und ein Vergleich fällt hier schwer: Als Blog leider noch (lange) nicht so ausgebaut wie WP mit seinen unzähligen Plugins aber als CMS für mittlere bis größere Projekte durchaus interessant.

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