Webdesign

Gehört die Zukunft HTML5?

In letzter Zeit spricht man immer mehr über HTML5 und die neusten Browser-Versionen können schon sehr gut damit umgehen. Einen guten Einblick in das jüngste Kind des W3C liefern Christopher Schmitt mit einer 60 Folien umfassenden Slideshow und Peter Kröner mit einem umfangreichen Beitrag.

Grob zusammengefasst kann man sagen, dass HTML5 vor allem neue Elemente mit sich bringt, den Doctype auf <!DOCTYPE html> verkürzt und so manchen Browser an seine Grenzen bringt. Für Webdesigner bedeutet dies, dass sie Websites und natürlich WordPress Themes komplett anders aufbauen müssen. Denn mit folgendem HTML5-Code kann man momentan nicht viel anfangen:

<!DOCTYPE html>
<html lang="de">
<head>
	<meta charset="utf-8">
	<title>WordPress</title>
</head>
<body>
	<header>
		<h1>WordPress</h1>
		<h2>Yet another WordPress Blog!</h2>
	</header>
	<nav>
		<h3>Seitennavigation</h3>
		<ul>
			<li>...</li>
		</ul>
	</nav>
	<section>
		<h3>Blogpost</h3>
		<article><p>Lorem Ipsum dolor...</p></article>
	</section>
	<aside>
		<p>Geschrieben am <time datetime="2009-07-02">2. Juli 2009</time>
	</aside>
	<footer>
		<p>Lorem Ipsum dolor...</p>
	</footer>
</body>
</html>

Trotzdem sollen wir künftig die neue Schreibweise beherrschen, welche ein Kompromiss zwischen XHTML1 und HTML4 ist. Ich zum Beispiel kann mich momentan mit HTML5 überhaupt nicht anfreunden, da ich mit XHTML keine Probleme habe und es mit HTML5 schon wieder viele neue Elemente gibt. Dennoch hat sie auch etwas Gutes an sich: Blockelemente wie <p> und <h2> dürfen von Links umschlossen werden, was bisher als Fehler galt. Nun kann man also ganze Absätze wie folgt verlinken:

<a href="http://wp-magazin.ch/"><p>Lorem ipsum dolor... usw.</p></a>

Nun aber zurück zu den grossen Änderungen und die Auswirkung auf Content Management Systeme wie WordPress. Meines Erachtens dauert es noch eine ganze Weile, bis hier HTML5 fest in den Köpfen von Entwicklern und Endbenutzern verankert ist. Und solange noch viele alte Browser (z.B. Internet Explorer 6) im Umlauf sind, wird sich nichts verändern – HTML5 bleibt ein kleines Ding im grossen WWW.

Chris Coyier und Jeff Starr von Digging Into WordPress sind wohl bisher auch die Einzigen, die unter dem Namen H5 ein WordPress Theme auf HTML5-Basis erstellt haben – und das war gestern!

Diskussion

2 Kommentare für “Gehört die Zukunft HTML5?”

  1. Hallo!

    Also ich für meinen Teil als Internet-Freund, Webseiten-Betreiber und Webentwickler freue mich auf HTML5. Mal gänzlich davon abgesehen, das der Code durch neue Elemente wie header, nav oder footer wesentlich strukturierter ist, bieten einige Neuerungen auch erheblich verbesserten Lese- und somit auch Wartungskomfort.
    Darüber hinaus sorgen neue Features auch für eine plattform- und browser-übergreifende Interkompatibilität. Videos abspielen ohne Plugin oder Versionsprobleme? Traumhaft sage ich nur, besonders wenn man sich auf offene Standards wie OGG verlassen kann und nicht von einem proprietären Flash-Plugin abhängig ist, das z.B. für Linux bisher (aber auch nicht mehr) ziemlich stiefmütterlich behandelt wurde.

    Was Du als Mangel ansprichst, sehe ich als als Vorteil: Mit HTML5 werden die alten Browser wie der IE6 unbrauchbar. Für einen Webentwickler heißt das aber eine Entwicklung in Richtung einheitliche Standards. Eine Seitendefinition für alle Browser, das ist schon fast zu schön, um es für möglich zu halten!
    Und durch diese “gezwungene” Entwicklung entsteht meiner Meinung nach auch der Nährboden für Fortschritt. Und an dieser Stelle bin ich gespannt, was pfiffige Köpfe, die mit ziemlich alter Technik so Spielereien wie Googlemail, Youtube oder Meebo haben einfallen lassen, mit diesen neuen Werkzeugen erschaffen werden!

    Daher bin ich für diese krasse tabula rasa.

    Grüße
    Chris

    Geschrieben von Chris | 3. Juli 2009, 10:58
  2. Trotzdem sollen wir künftig die neue Schreibweise beherrschen, welche ein Kompromiss zwischen XHTML1 und HTML4 ist.

    Nicht ganz richtig! Man kann genau so weiter XHTML-Stil schreiben wie bisher, das ist valides HTML5. Insofern glaube ich auch, dass du dich sehr wohl mit HTML5 anfreunden könntest – einfach den neuen Doctype nehmen und die Handvoll neue Elemente, die man heute schon verwenden kann. Das ist keine Hexerei :)

    Geschrieben von Peter | 13. Juli 2009, 21:15

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