WordPress ist eine marktführende Blogging Software und in weiten Kreisen etabliert. Wenn man also ein eigens Weblog auf die Beine stellen möchte, hört man diesen Namen sicher zuerst. Automattic, die Softwareschmiede hinter WordPress, hat aus der Software schon früh einen Bloghoster gemacht – heute bekannt als WordPress.com.
Ob man jetzt WordPress auf seinem eigenen Server installiert oder ein Benutzerkonto beim Hoster einrichtet, beide haben ihre Vor- und Nachteile. Deshalb bin ich heute der einfachen Frage nachgegangen: WordPress.com oder WordPress.org?
Wer sich im Vorfeld für eine Variante entscheiden muss, hat es nicht immer einfach. Um euch die Wahl zu erleichtern, kann man sich ein paar vermeintlich harmlose Fragen stellen.
Bei einem eigenen Blog ist es ja eigentlich kein Problem, eine Subdomain wie z.B. technikzeugs.wordpress.com zu benutzen. Dabei kann man auch auf ein hervorragendes Interface und schnellen Support zurückgreifen. Sobald man jedoch vor hat, einen Firmenblog zu betreiben, sieht das Ganze etwas anders aus.
Natürlich ist es nicht ganz ausgeschlossen, mit der Firma bei WordPress.com durchzustarten, jedoch sollte man dafür einige Upgrades einkaufen (Eigene Domain, werbefrei, mehr Speicherplatz usw.). Fakt ist aber, dass man für eine eigene Domain und eigenen Webhoster von Anfang an etwas weniger zahlen muss als beim Bloghoster.
Wenn man sich etwas in die Materie WordPress eingelesen hat, weiss man, dass es dafür unzählige Erweiterungen (Plugins) gibt. Es gibt dabei Plugins, die Spam-Kommentare beseitigen, den Blog für Suchmaschinen optimieren oder neue Widgets für die Sidebar hinzufügen. Insgesamt gibt es 4000 Plugins und jedes davon macht etwas anderes.
Der Haken an der Sache: Bei WordPress.com kann man keine Plugins installieren, es gibt nicht mal den Punkt “Plugins” im Menü (ausser man ist ein VIP-Blogger, was aber sehr teuer ist). Wenn man also ein Plugin gefunden hat, welches man unbedingt braucht, sollte man WordPress selbst installieren.
Aber: Spam wird es trotzdem keinen geben und auch die SEO-Möglichkeiten sind gegeben.
Mittlerweile ist es ja so, dass beinahe jeder, der bloggt, damit auch Geld verdienen möchte. Falls du also planst, Google Adsense, TradeDoubler oder sonstige Werbung einzubinden, bist du bei WordPress.org richtig. Und das hat auch seinen Grund: Solange man bei WordPress.com ist, dürfen sie tun und lassen, was sie wollen. Das heisst, du darfst keine eigene Werbung schalten, da sie ja mit ihrer eigenen Werbung ihr Geld verdienen wollen.
WordPress.com bietet zwar eine grosse Auswahl an Themes, aber wenn man eines auswählt, kann man sicher sein, dass dieses von vielen anderen auch verwendet wird. Möchte man sich von der Masse abheben, gestaltet man sein Design selber – und das geht nur mit der zu installierenden Variante.
WordPress ist mächtig und für die Installation und Anpassung an seine Vorlieben braucht es viel Zeit und Geduld. Wenn man sich darüber keinen Kopf machen möchte, ist WordPress.com ideal. Da kann man nämlich nach der Registration gleich anfangen zu bloggen!
Zudem werden alle Updates der Software automatisch vorgenommen und dein Blog wird stündlich gesichert. So können keine Beiträge verloren gehen. Und da WordPress.com über unzählige Server verfügt, muss man sich keine Sorgen um Traffic und Zugriffe machen. Bei WordPress.org braucht man aber einen einigermassen guten Hoster, der die Bekanntheit deines Blogs verkraften kann.
Auch Updates muss man manuell vornehmen, bei WordPress 2.7 gibt es aber zum Glück das automatische Upgrade. Bloss kann dieses eventuell auch schief gehen und so sollte man auch selber Backups anlegen und regelmässig updaten – notfalls auch von Hand.
Hat man einmal bei WordPress.com ein Weblog gestartet, kann man sich jede Menge Extras kaufen, um sich mehr Komfort zu ermöglichen. Beispielsweise kann man für 10 Dollar im Jahr den Blog auf einer eigenen Domain (z.B. technikzeugs.de) anzeigen lassen. Ebenfalls für 15$/Jahr kann man für den Blog sein eigenes Stylesheet verwenden, dann muss man aber auch etwas davon verstehen…
Desweiteren kann man mehr Speicherplatz kaufen, die Werbung entfernen lassen und die maximale Anzahl der Blog-User erhöhen. Was man für Geld nicht alles kriegt ;-)
Schlussendlich kann man auch alle seine Beiträge exportieren, um sie mit WordPress.org oder einem anderen Dienst wieder zu importieren. Der XML-Export ist zwar kinderleicht aber trotzdem nicht zu 100% sicher!
Fakt ist: Je grösser der Blog ist, desto schwieriger ist ein Wechsel von WordPress.com auf WordPress.org. Also überlegt euch das schon am Anfang sehr gut!
Super Artikel, danke.
Nur das hat mich etwas irritiert: “Mittlerweile ist es ja so, dass beinahe jeder, der bloggt, damit auch Geld verdienen möchte.”
Ich glaube nicht, dass das so ist. Aber Du kommst sicher mehr rum in der Bloggerwelt und kannst das besser einschätzen.
Zumindest denken viele, dass man mit Bloggen schnelles Geld machen kann, was aber oft nicht der Fall ist…
Hallo, Dein Artikel hat mir gut gefallen und einige meiner Fragen wurden auch beantwortet ;-)
Dennoch bin ich auf der Suche nach ein paar Infos Bspw. ob es sich lohnen würde meinen .wordpress.com Blog für 15$ upzugraden. Mich interessiert auch, ob ich dann die gleichen Möglichkeiten habe, wie als wäre WP bei mir lokal installiert. Oder bringe ich hier etwas durcheinander?
Des Weiteren interessiert mich, wie das mit der Abbuchung/Jahresbeitrag läuft. Benötige ich dazu einen Pay-Pal Account bzw. muss ich mit Kreditkarte zahlen?
Soooo, dies sind nun Fragen, die eine Erdbeere so beschäftigen ;-)
Wenn es darum geht, das Layout deines Blogs zu verändern, bist du natürlich eingeschränkt, da du dafür ein Upgrade kaufen musst, mit dem du das Design ändern kannst.
Wenn du nicht über das nötige technische Know-How verfügst oder dich einfach nicht damit herumschlagen möchtest und einfach ein funktionierendes Blog willst, dann ist WordPress.com sicher eine gute Wahl!
Bezahlen kannst du übrigens nur per PayPal.